Viele Frauen kennen das: krampfartige Schmerzen im Unterleib kurz vor und während der Periode. Manchmal sind sie so unerträglich, dass der Alltag in diesen Tagen zur Qual wird. Ursache kann eine Endometriose sein – eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen. Die Beschwerden einer Endometriose entstehen, weil sich Gebärmuttergewebe zyklusabhängig durch die Hormonumstellung auf- und abbaut. Dabei kommt es zu Blutungen und starken Schmerzen in dem Gewebe, den sogenannten Endometrioseherden. Anders als in der Gebärmutter kann das Blut hier nicht nach außen abfließen. Es bilden sich blutgefüllte Zysten oder Verwachsungen, die schnellstmöglich behandelt werden müssen.

Diese chronischen Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut können bis in den Bauchraum vordringen und im fortgeschrittenen Stadium sogar zu Verwachsungen an den Organen und Unfruchtbarkeit führen. Schätzungen zufolge sind 8 bis 15 Prozent aller Frauen zwischen der Pubertät und den Wechseljahren betroffen. Wurde vor wenigen Jahren jungen Frauen noch vermittelt, dass quälende Schmerzen zur Periode dazugehören und als typische Menstruationsbeschwerden hingenommen werden müssen, ist das Bewusstsein für die Endometriose inzwischen stark gewachsen. Auch unser zertifiziertes Endometriose-Zentrum am Helios Klinikum Krefeld trägt diesem Bewusstsein Rechnung: Die Zahl der Endoemtriose-Patientinnen, die sich in der Sprechstunde des Zentrums vorstellen, steigt stetig. Im Vordergrund steht hier die Diagnostik, denn sie ist der erste Schritt zur individuellen und erfolgreichen Therapie. Dies geschieht durch ein ausführliches Arzt/ Patienten-Gespräch, eine sorgfältige gynäkologische Tast- und Ultraschalluntersuchung welche je nach Beschwerdesymptomatik durch eine endoskopische Diagnostik des Dickdarms oder eine MRT-Untersuchung ergänzt wird. Außerdem kann eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) zur Feststellung der Lage, des Schweregrads und des Wachstumstyps der Herde oder Zysten mit anschließender Gewebeentnahme und feingeweblicher Untersuchung erfolgen.

Um das individuell zugeschnittene Therapiekonzept festzulegen, ist es wichtig, das Ziel der Behandlung in einem ausführlichen Gespräch mit der Patientin zu klären. Für Frauen mit fortbestehenden Beschwerden steht die Erreichung von Schmerzfreiheit eher im Vordergrund als für Patientinnen, die sich primär die Erfüllung eines Kinderwunsches erhoffen.

So kann eine rein medikamentöse Therapie in Frage kommen oder ein chirurgisches Vorgehen im Rahmen eines schonenden minimalinvasiven Eingriffes. Bei ausgeprägten Befunden erfolgt dies gegebenenfalls durch das hochmoderne DaVinci Operationsrobotersystem. Nach der OP werden dann Therapieoptionen, wie eine Hormonbehandlung und Schmerztherapie, auf die Wünsche und Bedürfnisse der Patientinnen angepasst.

Wir arbeiten dabei immer eng und fachübergreifend mit einem Team aus Fachärzten und Spezialisten aus der Schmerztherapie, Psychosomatik, der ganzheitlichen Medizin sowie Experten der Kinderwunschklinik zusammen, um für die betroffenen Frauen den besten Weg im Umgang mit der Erkrankung zu finden.

Helios Klinikum Krefeld
Endometriose-Zentrum
Prof. Michael Friedrich, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Telefon: 02151 32 - 2243